Darmstadt
Freitag, 12. Mai 2017

von Thomas Grän

Pressemitteilung "ADFC fordert umgehende ein Ende des Fahrradparkhaus Experiments"

Fahrradparkhauskunden beschweren sich


Fragwürdiges Experiment: Mit vielen Plakaten auf den Bahnsteigen bewirbt die Bahn das Nutzen des Fahrradparkhauses als zusätzlichen Ausgang für Bahnreisende. Seitdem mehren sich Beschwerden der Fahrradparkhaus Mieter über Diebstahl und Vandalismus an den Fahrrädern. Der ADFC fordert das umgehende Ende des öffentlichen Durchgangsverkehrs.
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Seit einigen Wochen hat die Bahn die Türen zum Fahrradparkhaus am Hauptbahnhof zu jeder Tag- und Nachtzeit für den allgemeinen Publikumsverkehr geöffnet. Seitdem häufen sich beim ADFC Beschwerden über Diebstahl und Vandalismus an abgestellten Rädern sowie generell über eine drastisch erschwerte Nutzung in dem ohnehin engen Fahrradparkhaus. Es liegen dem ADFC auch Berichte über Urinieren im Fahrradparkhaus, Übernachtende und den Missbrauch eines Feuerlöschers vor. In einem Schreiben an die Bahn fordert der ADFC das sofortige Ende der experimentellen Öffnung des Fahrradparkhauses als öffentlichen Durchgang für nicht Fahrradparkhaus Mieter.

Die Erwartungshaltung der Fahrradparkhausmieter am Hauptbahnhof ist Abstellen des Fahrrades in einem überdachten, überwachten und zugangskontrollierten Raum. Dieses Angebot am Darmstädter Hautbahnhof wird gut angenommen, wie die hervorragende Auslastung des Fahrradparkhauses zeigt. Der Wegfall der Zugangskontrollen und die Öffnung des Fahrradparkhauses für Jedermann steht massiv den Interessen der bahnfahrenden Fahrradpendler entgegen.

Die Öffnung des Parkhauses durch die Bahn ist für den ADFC nicht nachvollziehbar Die offizielle Begründung der Bahn, dass die Zugänge durch die Bauarbeiten an den Aufzügen erschwert sind, ist unverständlich. Zwar sind die Aufzüge gesperrt, aber an den eigentlichen Treppen gibt es keine Einschränkungen.

„Warum das erste Fahrradparkhaus Hessen und europaweit wahrscheinlich das einzige mit eigenem direkten Zugang zu den Bahnsteigen derart demontiert wird, ist uns schleierhaft“, so Grän und warnt: „In dem man das Rad buchstäblich zurückdreht, werden weder Stadt noch Bahn ihre selbstgesteckten Ziele für eine stadtverträgliche Mobilität bzw. zufriedene Kunden erreichen.“

Ausgesprochen positiv bewertet der ADFC das Schaffen von 64 vorbildlichen Fahrradstellplätzen auf dem östlichen Bahnhofsvorplatz, die alle ADFC Kriterien für Fahrradabstellanlagen erfüllen. „Dies kommt dem wachsenden Bedarf an Fahrradabstellplätzen am Hauptbahnhof entgegen, ist aber in keiner Weise ein Ersatz für das Angebot des überdachten und bewachten Fahrradparkhauses“, so Grän.

Zuletzt geändert am 12.5.2017 08:25 Uhr von Thomas Grän
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