Darmstadt
Dienstag, 7. Februar 2017

von Thomas Grän

Pressemitteilung "ADFC sieht Radfahrerunfall am Schreberweg im Zusammenhang mit mangelhafter Beschilderung der Baustellenumleitung MERCK"


Der Schreberweg soll Fahrradstraße werden ist schon heute eine wichtige Verbindung des Schülerradverkehrs von Arheilgen in die Kernstadt. An den vier Zufahrten in die Kreuzung Schreberweg / Maulbeerallee sind aktuell drei sich teilweise widersprechende Vorfahrtsregeln beschildert: 2x rechts-vor-link, 1x abknickende Vorfahrtsstraße, 1x Stopp-Straße. Eine unklare Vorfahrtsregelung, doppelte, verdeckte, fehlende, teilweise falsche Verkehrsschilder und die Schilderflut stehen in der ADFC Kritik nach einem Radfahrerunfall mit Personenschaden.
Foto: Thomas Grän
Copyright © ADFC Darmstadt-Dieburg

In der vergangenen Woche ereignete sich ein Unfall mit Personenschaden an der Kreuzung Schreberweg / Maulbeerallee. Ein Kraftfahrer soll einem jugendlichen Radfahrer die Vorfahrt genommen haben, dann mit ihm kollidiert und anschließend geflüchtet sein. Der ADFC Darmstadt-Dieburg sieht eine Mitursache für den Unfall in der mangelhaften Beschilderung der Baustellenumleitung an der Unfallstelle.
Die provisorische Umleitungsbeschilderung ist unübersichtlich und für die Verkehrsteilnehmer keinesfalls eindeutig, bemängelt der ADFC. An der Kreuzung Schreberweg / Maulbeerallee sind an den vier Zufahrten drei verschiedene und teilweise widersprüchliche Vorfahrtregelungen ausgeschildert.
„Insbesondere das Fehlen des Zusatzeichens ‚Radfahrer kreuzen von links und rechts’ unter dem Schild ‚Einbahnstraße’ am Schreberweg hat unter Umständen den flüchtigen Kraftfahrer keine vorfahrtberechtigten Radfahrer aus dem südlichen Schreberweg erwarten lassen,“ bemängelt ADFC Sprecher Grän.
Zudem hatte der flüchtige Unfallfahrer in den 60 m vor der Kreuzung in Summe 13 Verkehrszeichen wahrzunehmen, zu verstehen und zu beachten. Dies ist verwirrend. Die Verkehrszeichen sind zum Teil überflüssig oder falsch angeordnet.
Bereits am 07.01.2017 hat der ADFC die Straßenverkehrsbehörde auf die mangelhafte Beschilderung der Vorfahrt sowie Fehler bei der Fahrbahnmarkierungen hingewiesen. Die Straßenverkehrsbehörde stellte daraufhin Mängel in der Umsetzung der durch die Behörde angeordneten Umleitungsbeschilderung fest. Am 04.02.2017 war die Beschilderung zwar geändert, ist jedoch weiterhin mangelhaft.
Darüber hinaus befindet sich ein Fahrbahnteiler aus Beton auf dem Schreberweg im Fahrweg der Radfahrer und stellt damit eine Gefahr dar. Solche Hindernisse müssen durch reflektierende rot-weiße Flächen kenntlich gemacht werden, damit sie bei schlechten Lichtverhältnissen für alle Verkehrsteilnehmer erkennbar sind. Dies ist nicht erfolgt.
„Es ist auch unverständlich warum Radfahrern auf der Maulbeerallee die Weiterfahrt in Richtung MERCK ab dem Schreberweg untersagt ist. Die Fahrbahnbreite lässt dies problemlos zu.“, so Grän.
Der ADFC hat die Straßenverkehrsbehörde gebeten die Beschilderung und die angezeigten Mängel nochmals zu überprüfen.
Um den Anforderungen des Hauptverkehrsstroms auf der Umleitung Rechnung zu tragen, schlägt der ADFC vor, die Fahrtrichtung Maulbeerallee von Westen kommend in den Schreberweg nach Süden als abknickende Vorfahrtstraße auszuschildern.
Die aktuelle Beschilderung mit 13 (!) Verkehrszeichen (Stand 04.02.2017) stellt sich für Verkehrsteilnehmer, die auf der Maulbeeralle von Westen nach Osten in die Kreuzung Maulbeerallee einfahren, auf den letzten 60m so dar:

  • Zeichen 102 Kreuzung oder Einmündung
  • Zeichen 138 Radverkehr mit
  • Zusatzeichen 1000-32 Radfahrer kreuzen von links und rechts
  • Zeichen 220 Einbahnstraße
  • Zeichen 454 Umleitungswegweiser
  • Zeichen 253 Verbot für Kraftfahrzeuge über 3,5 t mit
  • Zusatzeichen 1052-35 Massenangabe 7,5 t mit
  • Zusatzzeichen 1000-21 rechtsweisend
  • Zeichen 274 Zulässige Höchstgeschwindigkeit 30 km/h
  • Zeichen 274 Zulässige Höchstgeschwindigkeit 30 km/h
  • Zeichen 455.x Fortsetzung der Umleitung
  • Zeichen 455.x Fortsetzung der Umleitung
  • Zeichen 120 Verengte Fahrbahn

Zuletzt geändert am 7.2.2017 07:49 Uhr von Thomas Grän
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